Abendkernbeisser

Haltung und Zucht des Abendkernbeisser
Hesperiphona vespertina vespertina, Cooper 1825 von Egon Schweers, Visbek

Systematik
  
Familie: Carduelidaee ( Gimpel, Hänflinge )
Gattung: Coccothraustess ( Kernbeisser ) Brißon 1760
Art: Hesperiphona vespertina vespertina
Unterarten: Hesperiphona vespertina brooksi, Hesperiphona vespertina montanus
Beschriebene Art: Hesperiphona vespertina vespertina

Verbreitung der beschriebenen Art:  Zentral- und Ostkanada,von Nordostalberta, Mittelsaskatchewan, Südmanitoba bis Mittelontario, Mittelquebec, Neufundland
und  Nova Scotia, südlich bis Nordminnesota, Nordmichigan, nord New York, Vermont und Massachusetts, Nord-U.S.A.

Verbreitung der Unterarten
Hesperiphona vespertina brooksi
Westkanada vom Südwesten und Zentral Britisch Columbia bis Westmontana, Wyoming und Mittelcolorada, südlich durch die Rocky Mountains bis zum Nordwesten und Mittelkalifornien, Mittelarizona und südlich mittel New Mexico, Südwesten der U.S.A.

Hesperiphona vespertina mountains
Südwesten der U.S.A. von Südostarizona bis zu den Bergen westlich von südwestlich Mexico bis Michoacon, west und Zentral Vera Cruz und Oaxaca.

Bewegungen während der Herbst- und Wintermonate
Meistens ansässig oder teilweise ansässig, dass ist abhängig vom Nahrungsangebot. Vögel  der Beschriebenen Art überwintern dann teilweise südlich von Kansas, Nordwest Arkansas, Tennessee, Süd-karolina und Nordgeorgia, U.S.A.
Die Unterart H.v.brooksi: Überwinter teilweise im Süden von Kalifornien, Südarizona, Süd New Mexico, Westtexas Östlich von Süddakota und Oklahoma. Kommt aber auch unregelmäßig auf Südostalaska, Süd-mackanzie.  Aber häufiger zieht er dann Stadtrandgärten und Parkanlagen vor. An diesen Orten ist er dann auch ein regelmäßiger Gast an den Futterhäuschen. Die Schwarmgröße kann im Winter von 20 bis 100 Vögel betragen, dieses ist dann ein herrliches Bild, diese gelb-schwarzen Vögel auf einer stellenweise schneebedeckten Wiese zu beobachten, wie sie mit großer Geschwindigkeit alte Blätter zerbeißen oder beiseite räumen um darunter nach Sämereien zu suchen. So beschrieb Prof. E. Schuegraf den Abendbeßer 1969 in der Gefiderten Welt.

Nahrung in der Natur
In der Natur ernährt er sich hauptsächlich von Samen der Bäume und Büsche, ( Restall, Robin.I. 1975 ) berichtet von Box-Holunder, Maplebaumsamen, Chokekirsche und Dog-wood, der große Schnabel wäre dann wunderschön bestückt von den Resten diser Baumfrüchte. Er nimmt aber auch Knospen, Körner, Früchte und Nüsse ( besonders Pinyons ) auf. Gelegentlich soll er auch an Ahornsaft gehen, aber auch an Insekten, besonders Blattläuse oder kleine Käfer oder deren Larven, gerade zur Brutzeit. Im Winter soll er gerade an den Futterhäusern die Sonnenblumenkerne bevorzugen.

Brutverhalten in der Natur
Zur Brutzeit zieht er sich in Waldgebiete zurück. Sein Nest befindet sich in einer Höhe von 5 bis 20m über den Boden und besteht dann meistens aus einen Gelege von 3 bis 5 Eiern. Nach Godfrey ( Birds of Canada, NMC Bulletin 203 ) ist allerdings über den Brutzyklus dieses Vogels sehr wenig bekannt.

Artennamen
Ein früherer Beobachter hatte mal geglaubt das sich dieser Kernbeisser nur in dunklen Orten aufhält und sie nur verläßt, während der Dämmerung, daher der Name Abendkernbeißer.
Englisch Evening Grosbeak – Französisch Gros-bec-erepusculaire

Feldornithologische Kennzeichen
Dieser Kernbeißer ist dem Körperbau von unserem Kirschkernbeißer sehr ähnlich, aber er ist etwas länger ( Abendkernbeißer 18 – 22 cm, Kirschkernbeißer 16 – 19 cm ). Dieser Unterschied bezieht sich aber nur auf den längeren Schwanz. Sein federkleid ist etwas bunter gefärbt, gegenüber des relativ braunen Gefieders vom Kirschkernbeißer. Beim Abendkernbeißer 1.0 besteht die Grundfärbung aus einemzeimlich leuchtenden gelb, welches an der Vorderseite in ein braun-gelb übergeht. Seine Schwanz- und Handschwingen sind schwarz, gegenüber weiße Armschwingen. Ander Stirn trägt er ein leuchtendes gelb in Form
eines U. Dem 0.1 fehlt das gelb un dhat dafür ein helles bis dunkles grau.

Maße
Flügel 1.0: 105,5 bis 115,5 mm   0.1: 104,5 bis 111,5 mm
Schwanz: 60 bis 69,5 mm
Lauf: 19,5 bis 22mm
Schnabel: 16 bis 20 mm
Gewicht: 52 bis 63 g
Gesamt Länge: 18 bis 22 cm

Geschlechtsmerkmale Adultes 1.0
Stirn und über den Augen, bis zum halben Weg zur Ohrdeckung leuchtend gelbe Linie übern Schnabel. Zügel rußig-braun. Ohrdeckung und Nackenseiten braun oder dunkelbraun, untere Ohrdeckung manchmal verwaschen gelb-braun. Scheitel schwarz bis schwarz braun. Halsseite, Mantel bis zum Hinterhals gelb-braun bis dunkelbraun. Rücken gelb. Schultern, unterer Rücken und Bürzel leuchtend bis tiefgelb. Oberschwanzdeckung schwarzen den Rändern dünn mit gelb umrandet. Schwanz schwarz und kurz. Große Flügeldecken und Handschwingen schwarz. Armschwingen weiß, ein wenig mit blassemgelb im Jugendgefieder eingefärbt.  Kinn und obere Kehle schwarz, wird brauner an der unteren Kehle und zur Brustmitte immer gelber. Bauch, Flanken mit braun oder gold-braun. Die Schenkel sind schwarz. der Schnabel ist groß und konisch, blaß grün-gelb während der Brutphase oder Hornfarben in der Ruhephase. Beine und Füße fleischig-rosa.

Schlechtsmerkmale Adultes 0.1
Stirn bis zum Schnabel und oberer Hals grau oder grau-braun. Zügel und Linie über dem Schnabel bis zum Auge dunkel grau oder Schwarz, Rest des Gesichtes grau oder blaß grau. Ohrdeckung in gold-grauen Farben. Hals und Seiten des Halses grau oder blaß grau, verwaschen mit einem Gelbton. Mantel, oberer Rücken und Schultern grau oder blaßoliv-grau, verwaschen gelb oder braun am obereren Mantel. Der untere Rücken und Bürzel ist gelblich bis bräunlich gefärbt, mit großem weißem Punkt auf jeder Feder-Große Flügeldecke und Halsschwingen schwarz, eingesäumt mit einem blassem grau, aber Ansätze von allen Handschwingen ungefähr 10 mm weiß ( zeigt sich als Fleck am geschlossenen Flügel und als kurzes Flügelband im Flug ). Die Armschwingen sind an der Innenfahne weiß und an der Außenfahne verwaschen mit grau oder braun ( braun am inneren Gewebe), aber einige zeigen weiße Spitzen an den Enden. Kinn und Kinnseiten weiß ( einige zeigen einen kurzen undeutlichen dunklen Schnurbartstreifen ). Hals, Halsseiten, Brust, Bauch bis obere Flanken stumpf pfirsich-beige oder stumpf gelb, manchmal gefärbt mit grün-gelb an Bauch und Flanken. Unterschwanzdecken weiß oder beige-weiß. Schnabel wie 1.0

Juvenile ähnlich wie Adultes 0.1 aber stumpfer oder brauner am Kopf, Oberseite und Unterseite. Bürzel ist mattbraun und die Oberschwanz-deckung ist schwarz mit Spitzen blaß erdbraun. Der Schwanz ist schwarz, mit weißen Spitzen ( ausgedehnter an den äußeren Federn ). Flügel braun oder schwarz-braun, an den Armschwingen weißer Rand, große Innendeckung blaß zitronengrau ( äußere braun oder schwarubraun ) Armschwingen mit ein wenig weiß am Ansatz der inneren Fahne. Unterschwanzdeckung weiß.

Juvenile 1.0 ist wie 0.1 hat aber mehr zitronengelb am Hals, weiß an den Handschwingen fehlt, und er hat sehr wenig, wenn überhaupt weiß am Schwanz.
Im ersten Sommer 1.0 sehen den Adulten 1.0 sehr ähnlich, aber meistens haben sie ein matteres gelb oder grün-gelb und mit dunklen oder scharzem Mittelstreifen an den Armstreifen, die mit blaß-braun oder braun-weiß eingefärbt sind. Oberschwanzdeckung und Schwanz haben einige weiße Spitzen und die gelbe Stirn hat einige dünne dunkle Streifen.

Beschreibung der Unterarten
Die sogannten Unterarten sind nur schwer zu unterscheiden, da die indivituellen Schwankungen im Gefieder aller Arten doch verhältnismäßig groß sind. Aber das 0,1 der H.v. brooksi ist im Durchschnitt dunkler am Körper, ebenso das einiger 1,0 am Kopf, Mantel und Brust. In der Größe ist ein klarer Unterschied von H.v. montana im Süden des Verbreitungsgebietes bis zur nördlichsten Form H.v. vespertina erkennbar. Wer mal die Möglichkeit  hat zum Alexander König Museum nach Bonn zu fahren und sich dort einen Termin bei Renate van der Elzen geben läßt, der kann dort die verschiedenen Ausfärbungen der Arten betrachten. Meine persönliche Meinung ist, dass es sich bei vielen sogenannten Unterarten, wo die eigentliche Art selber ein sehr großes Verbreitungsgebiet hat, nur um geographische Farbvarianten handelt. Dieses kann aber nur durch eine genetische Untersuchung festgestellt werden. Aber trotzdem sollte man versuchen, Paare zusammen zu setzen die die sogenannte Farbvariante aufweisen. Dieses ist zwar nicht immer leicht, aber mit ein wenig Mühe und Grundwissen kann man schon sehr viel erreichen. Denn wir sollten uns als Vogelliebhaber immer die Mühe machen die Vögel so zu züchte, wie sie die Natur vorgibt. Das gleiche gilt auch für die Haltung und Fütterung. In den meisten fällen ist weniger immer noch mehr.

Gesang und Lautäußerungen
Der Ruf ist ein lautes, scharfes „cleer“,“cleep“ oder „peer“, oder ein metallisches „lliep“ oder „kleir“ ( erinnert an den Haussperrling, aber lauter und klingelnder ) . Der Gesang ( ist in unserer Region kaum zu hören ) ist ein langes ungleichmäßiges musikalisches Trillern oder in sich wingendes, sprunghaftes Geplauder, dass mit einem Pfeifen endet.

Erwerbsmöglichkeiten
Es sind früher schon Abendkernbeißer nach Deutschland gelangt. Die  frühesten sind mir bekannt seit Mitte der 50er Jahre, wo sie auch schon von einem Hr. Payne nachgezüchtet wurden. Dann wurden wieder ab 1993 einzelne Paare in Deutschland gehalten, aber es kamen immer nur sehr wenige in Züchterhände von dieser schönen Kernbeißer Art. Leider gab es in den letzten Jahren sogenannte Vogelliebhaber, die für einen weit überzogenen Preis versuchten diese Art nach Europa zu bringen. Meine Meinung ist, man sollte nicht um jeden Preis diese Art erwerben, dann sollte man sie lieber in Ihrer Heimat belassen. Dazu kommt noch das sich einzelne Vogelliebhaber seltene Arten zulegen, aber im Grunde genommen nicht das nötige Grundwissen über die Art haben. Denn eines sollte man sich vorher überlegen bevor man sich eine neue Art zulegt, habe ich das nötige Grundwissen um diese Art über mehrere Jahre zu halten und zu züchten.

Die Haltung des Abendkernbeißers
Mit dem Abendkernbeißer beschäftige ich mich schon dem Herbst 1993. Im Februar 1994 habe ich von einem befreundetem Züchter aus Frankreich 1 Paar bekommen. Zum ersten mal gesehen ( lebend) hatte ich diesen schönen Kernbeißer im Herbst 1993 auf der ICC Schau in Büttelborn. Seitdem habe ich alles versucht alles über diese Vogelart zu bekommen. Da mußte ich aber feststellen, dass es über den Abendkern-beißer nur sehr wenig Literatur gab. Dieses stellte auch der Herausgeber der G.W. 1969 fest. Er erwähnte, dass Neunzig nur seinen südlichen Verwandten  ( Hesperiphona abeillei, Lesson 1839 ) erwähnt und Delacour stellte auch seine Seltenheit als Pflegling im Englischen Sprachgebiet fest. Aber ich habe dann erfahren, dass diese Art sehr identisch ist mit unserem Kirschkernbeißer in der Haltung und Fütterung. Ich bin dann im laufe der Jahre  zu der Meinung gekommen, dass diese Art sehr nah mit dem Kirschkernbeißer verwandt ist. Ebenso bin ich der Meinung, wo damals noch Asien und Nordamerika durch eine Landbrücke verbunden waren, haben sich verschiedene Individuen getrennt und sich dann später wo diese Landbrücke nicht mehr vorhanden war zu der heutigen Form gebildet haben. Nun aber zur eigentlichen Haltung in der Voliere. Als Wildfang ist der Abendkernbeißer sehr scheu, man kann ihn da vergleichen mit dem Kirschkernbeißer. Also käme dieser Vogel auf keinen Fall in Frage für eine längere Käfighaltung. Eine Voliere von den Mindestmaßen 1 x 2 x 2,5 m sollte es schon sein. Bei mir wurden die Kernbeißer 1994 in einer Voliere von 1,5 x 2,75 x 2,5 m untergebracht. Diese Voliere war ausgestattet mit Kiefernzweigen auf einer Fläche von 1,5 m breite und 2,5 m höhe an einer Seitenwand. Obwohl diese Kiefernzweige gute Deckung boten, verhielten sich die Abendkernbeisser, sobald ich in ihre nähe kam, noch das ganze Jahr recht scheu. Sie flogen aber nicht blindlings umher, wie es beim Kirschkernbeisser oft vorkommt, sondern suchten immer gezielt nach Deckung. Als Bodenbelag habe ich eine Mischung Laubschicht ver-wendet, diese Laubschicht entnehme ich von einem Mischwald, der aus Buchen und Eichen oder ähnlichen Bäumen besteht und zwar die komplette oberste Schicht bis zum festen Boden. Diese wird in der Voliere bis zu einer Höhe von 5cm eingebracht. Mit dieser Einstreu  erziele ich mehrere Vorteile. Erstens beinhaltet diese Einstreu eine gewisse Hemmschwelle zur Entwicklung von Parasiten, wie Kokzidien oder Würmer. Zweitens ist in dieser Einstreu gerade im Herbst ein gewisser Anteil an Nahrung, die auch der Kernbeisser in der freien Natur aufnimmt. Drittens ist der Vogel auch damit beschäftigt diese Nahrung aus der Einstreu zu suchen , da die Beschäftigung des Vogels nicht zu unterschätzen ist. Viertens ist im Frühjahr auch ein gewisser Anteil zum Nestbau und wenn es nur ein kleiner Zweig ist, mit dem der Kernbeisser sein Balzverhalten zeigt. Fünftnes ist mir aufgefallen, dass in der Einstreu morsche Äste bis zu Daumenstärke sich befinden und diese bis zum harten Kern bearbeitet werden. Wozu er dies macht weiß ich nicht. Dieses  ist mir bisher von verschiedenen Arten von kernbeissern aufge-fallen. Man kann aber auch anstatt einer Laubstreu eine Nadelstreu von Tanne oder Fichte verwenden, die den gleichen Zweck erfüllt. Als Sitz-stangen verwende ich nur naturbelassene Weiden-, oder Haselnuß-zweige. Das hat den Vorteil das der Vogel immer eine unterschiedliche Standfläche hat. Zusätzlich zu diesen Sitzstangen habe ich in den Volieren noch Einzelsitze angebracht, die sehen so ähnlich aus, wie die der Kanarien, also unter der Sitzstange befinden sich zwei im rechten Winkel angebrachte Brettstücke auf den der Kot der Vögel fällt. So kann ich von den den Volierenbewohnern eine Kotprobe bekommen ohne lange in der Streu danach zu suchen. Denn gerade bei Vögeln die neu in meinen Besitz kommen ( sonst alle 8-10 Wochen ) mache ich grund-sätzlich eine Kotprobe, diese wird am späten Nachmittag aus der Voliere  entnommen und vom Tierarzt untersucht. Erst dann wenn der Tierarzt dort was feststellt, verabreiche ich den Vögeln das passende Medikament. Als Grundfutter kann man dem Abendkernbeisser das
gleiche Futter geben, wie dem Kirschkernbeisser. Dieses Grundfutter kann man bei der Fa. Blattner erwerben. Diese Mischung wurde von mir selbst zusammen gestellt. Diese Mischung sollte aber nicht trocken gereicht werden, sondern das ganze Jahr hindurch immer gequollenoder nur ganz eben angekeimt, so dass der Keim nicht mehr wie 2mm erreicht. Dieses Quellfutter wie ich es nenne, hat den Vorteil das der Vogel die Nährwerte im Korn besser aufnehmen kann. Den auch in der Natur  ist das Futter nie so trocken wie man es kauft.Es ist entweder halbreif, reif aber immer noch feucht oder gequollen auch im Winter wenn es zum Beispiel 20 Grad Minus sind, hat er mit diesem Futter keine Schwierigkeiten.

Ernährung in der Ruhephase
Wer den Kanarienfreund zur Verfügung hat oder ihn sich besorgen kann, der findet hier eine Halte- und Zuchtbericht über den Kirschkern-beisser den cih geschrieben habe. Heft 23-1995 Teil 1 und Heft 24-1995 Teil 2. Hier finden  sie eine große Auswahl an Samen, Früchten, Knospen  und tierischer Nahrung die der Abendkernbeisser aufnimmt.
Die wichtigsten möchte ich hier aber nochmal aufzählen.

Verschiedene Baumsamen in halbreifer oder reifer Form.
Ahorn versch. Arten
Buche acus spe.
Eberesche Sorbus aucuparia
Feuerdorn versch. Arten
Fichte versch.Arten
Hainbuche Carpinus belulas
Tanne versch. Arten
Traubenkirsche vrsch. Arten
Wildkirsche versch.Arten
Weißdorn Crataegas spec.
Kiefer versch. Arten
Lärche versch. Arten
Mehlbeere Sorbus aria
Berberitze Berberius spc.
Failbaum Frangula alnus
Heckenrose Rosa cunina
Bei den verschiedenen Nadelholzsamen teilt man den Zapfen der Länge nach in vier teile, oder man läßt die Zapfen durch einen Gartenschredder laufen. Denn nur so kommt der Kerbeißer leichter an den Samen, in der freien Natur bekommt er diesen erst wenn der Samen von alleine ausfällt. Ebenso nimmt er von eben genannten Bäumen und Sträuchern auch die Knospen und frischen Triebe. Gerade im Winter und im Frühjahr besteht die Nahrung zu einem großen teil aus Knospen. Wer in der Nähe von einer Baumschule oder einem Obstgärtner wohnt der sollte sich dort die zurückgeschnittenen Zweige besorgen und diese dann in der Voliere anbringen. Ebenso  nimmt auch der Abendkernbeisser gerne tierische Nahrung zu sich, gerade zur Jungenaufzucht benötigt er diese. Er sollte abe rschon frühzeitig daran gewöhnt werden, derade an das käufliche tierische Futter. Das sind Mehlwürmer in allen Stadien, Pinkis ebenfalls in allen Stadien oder  ein reines Insektenfutter der Firmen Claus oder Aleckwa. Da der Kernbeisser hier eine lange Gewöhnungsphase hat.  Bei mir bekommen alle Kernbeisser das ganze Jahr hindurch einen knappen halben Teelöffel von diesem  Insektenfutter pro Paar in den Futternapf, ebenso einen Mehlkäfer oder deren Larve und einen Pinki. Das hat den Vorteil, da allle Kernbeisser bei mir während der Ruhephase zusammen fliegen, dass gerade Vögel die diese Nahrung nicht kennen, von den anderen lernen können, damit habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht. Sollte es aber doch einmal vorkommen und der Abendkern-beisser  geht nicht an das käufliche Insektenfutter oder den Mehlkäfern und Pinkies, dann muß man halt mit dem Käscher durch die Wiesen und sich das Wiesenplankton besorgen. In der freien Natur nimmt er folgende Nahrung auf. Verschiedene Baum-, Buschsämereien, Knospen,, Körner, Früchte und Nüsse besonders Pinyons, aber auch Ahornsaft, Box-Holunder, Maplebaumsamen, Chokokirsche und Dog-wood von dem ich lleider nur den englischen Namen habe, dann nimmt er auch in freier natur Insekten auf, besonders Blattläuse oder kleine Käfer oder ihre Larven.

Balz und Paarbildung
Über die Balz und Paarbildung in freier Natur gibt es in der Literatur , die mir zur Verfügung steht  nichts nach zu lesen. Aber da ich der Meinung bin das der Abendkernbeisser sehr nah mit dem Kierschkernbeisser verwandt ist, könnte man da fast von aus gehen, dass sie sich in etwa wie beim Kirschkernbeisser abspielt. Aber auch in der Volierenhaltung  ist bisher noch nichts über das Balzverhalten berichtet worden. Somit möchte ich hier einmal das Balzverhalten schildern . Im Februar 1996 bekam ich noch einmal von einem Züchter uas Frankreich 1.1 Abend-kernbeisser. Somit hatte also jetzt 2 Paare zur Verfügung, dieses ist nach meiner Erfahrung auch sehr wichtig, da ich die Erfahrung gemacht habe, wenn sich Paare selber finden können, bringen sie eine größere Nachzuchtanzahl hervor. Da gerade Kernbeisser eine Harmonie während der Brut- und Aufzuchtphase pflegen-Sie führen allerdings keine Einehe, sondern verpaaren sich jedes Jahr neu. auch mit einem anderen Partner, auch wenn sie schon mit einem Partner über mehrere jahre zusammen waren. So setzte ich also dieses 2 Paar ab der zweiten Februarhälfte zu dem ersten Paar in die Voliere. Diese Voliere hatte ich dann um ein weiteres Abteil erweitert. Auch waren Sie seperat von meinen anderen Kernbeissern untergebracht.. Dieses mache ich zu dieser Jahreszeit sonst nicht, dass hatte ich nur getan, weil da ja zwei neue dazu kamen und diese sollten sich erst an ihre eigene Art gewöhnen. Das erste 1.0 hatte ich schon Ende Januar beobachtet wie es das erste 0.1 ansang. Ab Februar beobachtet ich es auch, wie es das erste 0.2 schon mit versch. Nahrungsmitteln umwarb, aber das 0.1 ging noch nicht auf das werben ein. Diese Nahrungsmittel können sowohl aus tierischer, als auch aus pflanzlicher Nahrung bestehen. Als dann in der in der 2. Hälfte des Februars das zweite Paar dazu kam, gab es erst einmal eine Woche lang eine gewisse Unruhe unter diesen 4 Abendkernbeissern. Dieses  zeigte sich aber nicht so,dass das erste Paar das neue Paar ständig vertreib, sondern sie wahrten nur einen Gewissen abstand zu einander. Der Vorteil war auch das diebeiden Volieren nur mit einer Tür verbunden waren, so konnte sich jedes Paar in einer Voliere zurückziehen. Futter und Wasser wurde auch in beiden Volieren gereicht, so gab es auch hierbei keine größeren Schwierigkeiten. Das neue Paar lebte sich dann auch sehr gut ein und war auch sonst in einem sehr guten Zustand. Von Vorteil war auch, dass sich das erste Paar schon sehr gut eingelebt hatte und nicht mehr so scheu war. Das Übertrug sich auf das neue Paar. Ende Februar nahm auch das erste 1.0 sein Werben wieder auf, dieses mal versuchte er glleich beide 0.1 zu umwerben. Das 1.0 sträubt dabei das Kopfgefieder und läßt leisen Gesang hören, läßt leicht die geöffneten Flügel  hängen der Schwanz wird dabei wie ein Fächer getragen. In dieser Haltung dreht und wendet er sich dann um das ausgewählte 0.1. Diese Balz kann sowohl auf der Sitzstange, auf dem Boden als auch auf dem Futterbrett stattfinden. Auch versuchte er beide 0.1 zu füttern, akzeptierte das auserwählte 0.1 das angebotene Futter nicht, wurde das 1.0 durch heftiges Schnabelklappen vertrieben. Ebenso wenn er versuchte Kokosfasern oder kleine Zweige zu übergeben. Auch hatte ich in den Volieren an verschiedenen Stellen kleine Sträuße von Birkenreisig angebracht. Denn gerade im Januar, Februar und März benötigt der Kernbeisser kleine Zweige oder grobes Nistmaterial zur Halmbalz oder zum herum tragen. Wer auf der letzten DKB Schau in Mannheim war und sich mal die Zeit genommen hat, die 7 verschiedenen Kernbeisser Arten mal eine längere Zeit zu beobachten, der wird gesehen haben das ich dort an einer Sitzstange Kokosfasern befestigt hatte und wer dann noch Glück hatte, konnte beobachten wie einzelen Kernbeisser dort die Kokosfaser aus der Halterung gezogen hatten und damit einige Zeit umherflogen, oder wie ich es gesehen habe das sogar vom Wacholderkernbeisser 1.0 an das 0.1 übergeben wurde. Etwa  gegen Ende März Anfang April, das hängt vom Wetter ab stellte ich fest das das erste 1.0 sich für das erste 0.1 entschieden hatte, da die´s das Futetr angenommen hatte. Das zweite 1.0 hielt sich noch sehr zurück, wurde jedoch vom ersten 1.0 aus der Voliere vertrieben. Auch das erste 0.1 vertreib hinund wieder das zweite 0.1 aus der Voliere. So Anfang April konnte ich dann des öfteren das Balzverhalten des ersten 1.0 beobachten. Er sträubte dabei das Gefieder noch weiter, als er es schon Anfang Februar getan hatte. Die dem 0.1 zugewandte Flügelseite berührt dabei die Sitzstange oder auch den Boden. In dieser Haltung bewegt sich das 1.0  in einer pendelartigen Drehbewegung auf das 0.1 zu. Nach dieser Beobachtung bin ich davon ausgegangen, dass sich zumindesten das erste Paar gefunden hatte und ich habe dann Mitte April die beiden Volieren getrennt.So das jetzt jedes Paar eine Voliere für sich hatte, sie  konnten aich also jetzt nicht mehr sehen, nur noch hören. Diese Balz wie ich sie eben beschrieben habe, konnte ich dann noch des öfteren beobachten. Auch das gegenseitige Füttern vermehrt, aber mit tierischer Nahrung, sowohl vom 1.0 als auch vom 0.1. Auch das Überreichen von Nistmaterial konnte ich vermehrt beobachten. Beim  gegenseitigen Füttern ist zu beobachte, dass meistens, nicht immer das 0.1 eine geduckte Haltung annimmt, dabei macht es leichte pendelartige, vibrierende Bewegung. Ist diese dann Paarungsbereit wird sie sich in eine geduckte, mit etwas ausgebreiteten Flügeln, Haltung annehmen. Daraufhin befliegt das 1.0 das 0.1. Zu diesem Zeitpunkt war das Nest halb fertig.

Nistplatzwahl, Nestbau und Nestbau-Dauer
Zur Nistplatz Auswahl habe ich bisher nur wenige Beobachtungen gemacht. Aber ein paar mal konnte ich beobachten, wie das 1.0 mit einem kleinen Zweig eine bestimmte Stelle in der Voliere anflog. Auch einmal wie das 1.0 sich für gut 20 Min. an dieser Stelle aufhielt und einen leisen Gesang hören ließ. Ich hatte in dieser Voliere verschiedene Nistmöglichkeiten geschaffen, sowohl in dem oberen Bereich, als auch im unteren Bereich. Als Nestunterlagen  hatte ich gereicht , die sogenannten Sabelschen – Nistklötze, als auch große Halbschalen von einem Durchmesser von 12 cm oder selbstgebaute Halbschalen aus Ginsterzweigen, aber auch meine selbst gebauten überdimensionalen Kaisernester, die eine Grundfläche haben von 22 x 22 cm und eine Höhe von 30 cm, an den Seiten befindet sich eine Aufkanntung von 8 cm. Von oben sind sie geschlossen. In diesem Kasten befestige ich  einen Kranz aus Ginsterzweigen, damit die Kernbeisser das Nistmaterial besser befestigen können.  Als Síchtschutz verkleide ich die Seite von welcher man von der Volierentür das Nest einsehen kann mit Kiefernzweigen. Mit diesen sogenannnten großen Kaisernestern habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht. Von diesen Verschiedenen Nistmöglichkeiten befinden sich in der Voliere insgesamt 8 Stück, sowohl frei in der Voliere angebracht oder in der mit Kiefernzweigen verkleideten Wandfläche. Die Abendkernbeisser hatten sich nun für einen der Kaisernester entschieden. Dieses befand sich ca. 10 cm unter dem Volierendach. Einmal konnte ich dann am späten Nachmittag beobachten, wie sich beide für gut 10 Min. in diesem Kasten aufhielten. Das eigentliche Nest  unterscheidet sich vom Nest des Kirschkernbeissers nur dadurch, das der Abendkernbeisser, beim gleichen Angebot des Nistmaterials, wie beim Kirschkernbeissser in der Voliere, mehr mit Kokosfasern das Nest auspolstert, gegenüber dem Kirchkernbeisser mehr den Sisalfasern zusagt. Dieses Nets  bestand aus kleinen Birkenzweigen, noch fast grünen Hirtentäschelstengeln und aus gröberen Grashalmen im Unterbau. Der zweite Teil und der Außenteil bestand aus feinen Grashalmen.Der Innenausbau bestand aus aus einem großen teil von Kokosfasern und weichen Grashalmen. Die gesamte Nestbauweise hatte eine sehr stabile Bauweise. Dieses Nest wurde dann auch in eriner Nestbauphase von 5 Tagen fertiggestellt. Aber sie kann sich auf  10 -12 Tage hinziehen, wie ich im folgendem Jahr festgestellt habe. Das wird sehr wahrscheinlich mit dem Wetter zusammenhängen. Es kann auch vorkommen das mit dem Nestbau aufgehört wird und an einer anderen Stelle neu angefangen wird. Vom eigentlichen Nestbau konnte ich bisher nur sehr wenige Beobachtungen machen, da ich beobachtet habe, dass die Abendkernbeisser in dieser Phase auf die geringste Störung reagierten und sofort  mit ihrer Aktivität aufhörten.Sie zeigten also ein sehr störanfälliges Verhalten. Dieses unterscheidet sie nach meiner Merinung sehr stark vom Kirschkernbeisser, der da ein etwas zutraulicheres Verhalten zeigt.

Nistmaterial und Nestmaße
Schon Ende Januar, Anfang Februar sollte schon etwas groberes Nistmaterial gereicht werden, bestehend aus kleinen Zweigen von Birke oder abgestorbenen Fichtenreisig, wo sich keine Nadeln mehr daran befinden. Dieses sollte sowohl auf dem Boden, als auch  in der oberen Hälfte der Voliere gegeben werden. Zum Beispiekl Kokosfasern an der Sitzstange befestigen. Ab Anfang oder Mitte April, wenn sich die einzelnen Paare seperat in den Volieren befinden, gebe ich reichlich und verschiedenes Nistmaterial. Dieses wird dann auf dem Volierenboden ausgebreitet, aber so, dass es sich nicht einer Sitzstange befindet. Dieses Nistmaterial besteht im einzelnen aus kleinen Zweigen von Birke und Fichtenreisig, Hirtentäschelstengeln und abgestorbenem Gras vom Vorjahr, später im Mai wenn die Bauern das erste Gras gemäht haben, kann man auch dieses geben, es sollte aber 2 – 3 Tage  liegen. Dieses grobe Material sollte eine Länge von 10 bis 20 cm haben. Hinzu kommt dann noch Sisalfaser, Kokosfaser und Scharpie, aber auch  etwas Moos und wenn man sie bekommen kann auch Pferdehaare oder langes Hundehaar. Die  Nestmaße haben die gleichen Ausmaße, wie die des Kirschkernbeissers, da beide in etwa die gleiche Größe haben. Die Schwankungen der Nestmaße hängen davon ab, wo das Nest gebaut wurde.
Innendurchmesser 7 – 8 cm
Nestmulde 3 – 6 cm
Außendurchmesser 9 – 12 cm ohne Unterbau
Nestwandung 1 – 2 cm
Gesamthöhe 7 – 14 cm

Legebeginn und Ei des Abendkernbeissers
Der Legebeginn in der Volierenhaltung war bisher in den 3 Jahren wo ich jetzt schon den Abendkernbeisser habe und auch jedes Jahr 2 bis 3 Gelege hatte von 2 Paaren, immer 2 bis 3 Wochen später wie das erste Gelege des Kirschkernbeissers, in der Regel in der ersten Mai Woche. Wogegen die ersten Gelege von Kirschkernbeisser schon Mitte April da sein können. Ist aber abhängig vom Wetter. Aus der freien Natur habe ich leider keine Anhaltspunkte, wo dort der Legebeginn beim Abendkernbeisser liegt. In der Voliere wird gelegt, sobald das Nest fertig ist, ein bis zwei Tage später in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 8 Uhr, selten später. So gut wie ausgeschlossen am Nachmittag. Den Legevorgang beim Abendkernbeisser konnt eich bisher noch nicht beobachten. Aber ich gehe davon aus, dass es sich genauso abspielt, wie beim Kirschkern-beisser. Den möchte ich hier einmal kurz schildern. Das 0.1 erhebt sich etwas aus der Nestmulde, sträubt dabei etwas das Gefieder und verlagert den Körper etwas nach vorn, so dass der Hinterkörper tiefer in die Nestmulde gelangt. Der Schnabel wird dabei leicht geöffnet und die Flügel etwas gespreizt. Der eigentliche Legevorgang dauert dabei nur wenige Sekunden. Nach Ablage des Eies sitzt das 0.1 aber noch 20 bis 30 Minuten auf dem Nest. So in etwa wird es sich auch beim Abendkernbeisser abspielen. Die Gelegegröße liegt bei bei 4 bis 5 Eiern, es kommen aber auch Gelege mit 3 bis 6 Eiern vor. In der Regel wird dann jeden Tag ein Ei gelegt. In der Mehrzahl kommt aber ein 5er Gelege vor. Nachgelege bestehen im allgemeinen aus einem 4er Gelege. Und auch bei meinen Jungen 0.1, welches ich 1996 aus Frankreich bekommen habe, bestand das erste Gelege aus einem 4er Gelege. Das Schlupfei ( das erste Ei ) ist im allgemeinen heller und auch länglicher. Die Anzahl der Gelege pro Jahr in der Volierenhaltung liegt meist bei 2 Gelegen. Der Zeitraum im Jahr, wo bei mir die Eier gelegt wurden, lag zwischen Anfang Mai bis in die erste Augustwoche. Die Eier selber sin dim im allgemeinen eine Idee größer, wie die Eier der Kirschkernbeisser, aber das hängt auch damit zusammen, wie kräftig das 0.1 ist, da ich auch schon Kirschkernbeissereier hatte die sehr groß waren. Der Untergrund ist meistens ein helles blaugrün, mit über dem ganzen Ei verteilten kleinen, höchstens 1 mm Durchmesser hellbraunen Flecken. Darüber befinden sich schwarz-braune, mehrschwarz teilweise runde und ovale Flecken, die vermehrt am stumpfen Pol auftreten. Das erste Ei hat diese schwarzbraunen Punkte sogut wie gar nicht. Die Form der Eier schwankt wie beim Kirschkernbeisser von oval bis kurz-oval bis teilweise lang-oval, wo aber die Mehrzahl b ei den ovalen bis kurz-ovalen liegt. Dieses ist aber von 0.1 zu 0.1 verschieden. Die Eimaße schwanken ebenfalls sehr stark von Pol zu Pol oder auch im Querschnitt.
Von Pol zu Pol können sie 23 – 29,5 mm messen.
Im Querschnitt können si e18 – 22 mm messen.
Das Gewicht der Eier schwankt bei frisch gelegten Eiern von 3 – 4,5 g.
Das Schalengewicht liegt bei 0,22 – 0,23 g.

Brutbeginn und Brutzeiten
Der Brutbeginn ist nicht genau zu belegen, da das 0.1, wie auch beim Kirschkernbeisser schon sehr oft nach Ablage des zweiten Ei’s auf dem Gelege sitzt. Ganauso sitzt das 0.1 bei dem ersten Ei in der Nacht auf dem Nest. Ein verlassen des Nestes ist nach Ablage des dritten bzw. viertens Ei’s kaum noch festzustellen. Das Geleg wird ausschließlich vom 0.1 bebrütet. In Ausnahmefällen, wenn sich das 0.1 entleert oder kurz Futter aufnimmt, kann es vorkommendas sich das 1.0 auf das Gelege setzt. Dieses wird sich aber wohl nicht um ein bebrüten handeln, sondern das 1.0 wird sich wohl nur um den Schutz der Eier bemühen. Denn sobald das 0.1 zurück kommt, verlässt bdas 1.0 das Gelege wieder. Das 1.0 versorgt aber sehr oft das 0.1 mit Futter, welches sich dann meistens auf dem Gelege befindet. Bevor sich das 1.0 dem 0.1 zum Füttern nähert, gibt das 0.1 leise Lockrufe von sich. In den ersten Tagen verlässt das 0.1 das Gelege noch häufiger und wird dann auch außerhalb des Nestes gefüttert, dabei bettelt das 0.1 den 1.0 an wie ein Jungvogel der um Futter bettelt. Es verhält sich dabei aber nicht so laut wie das Kirschkernbeisser 0.1 in der gleichen Phase. Diese Phase. wo das 0.1 das Gelege bebrütet ist eine sehr heikle Zeit, da das 0.1 in dieser Zeit bei der geringsten Störung das Nest verlässt und auch später wenn die Jungen geschlüpft sind , verlässt es das Nest sofort bei der geringsten Störung. Wogegen viele Kirschkernbeisser 0.1 sehr zutraulich sind. Wegen diesem Verhalten des 0.1 habe ich bisher so gut wie alle Gelege und auch Junge bis zum Alter von 6 Tagen verloren. Ob sich alle 0.1 so verhalten, kann ich nicht sagen, da ich bisher noch keine Mitteilung von anderen Züchtern bekommen habe. Auf jeden Fall verhielten sich meine beiden 0.1 die ich zur Brut gebracht habe so. Somit war es äußerst schwierig in dieser Phase die Abendkernbeisser zu beobachten. Verließen sie das dann das Nest, zeigten sie ein vertautes Verhalten und fingen dann 4 bis 5 Wochen später wieder mit dem Nestbau an,dass konnte entweder an der gleichen Stelle sein oder wurde an einer anderen Stelle neu gebaut. Die reine Brutzeit beträgt wie beim Kirschkernbeisser 13 Tage selten 14 Tage. Im allgemeinen kann man davon ausgehen, dass vom ersten Ei bis zum Schlupf der Jungen 15 Tage vergehen, selten 16 Tage. Der Kot des 0.1 während der Brutphase ist erheblich größer und wurde meistens an ein und der selben Stelle abgebenen. Zuchtverlauf eines Paares von 1998. Einen kompeltten Zuchtverlauf eines Paares kann ich bisher noch nicht geben, da ich bisher nur Junge bis zum 6 Lebenstag hatte, die von ihren Eltern bis zu diesem Altzer auch gut mit Nahrung versorgt wurden, aber dann im Stich gelassen wurden. Das einzige das ich bisher von den Abendkernbeissern bekommen habe, ist ein Junges das von Kirschkernbeissern ausgebrütet wurde und auch mit ihren eigenen Jungen großgezogen wurde. Bei dieser Nachzucht handelte es sich um ein Ei, dasss von dem Abendkernbeisser 0.1 auf den Volierenboden fallen gelassen wurde, weil es an einer Stelle in der Voliere ihr Nest bauen wollte, abe res nicht zum Halten brachte. Somit möchte ich hier einmal den Zuchtverlauf eines Paares bis zum 6. Lebens-tag der Jungen schildern. Anschliesend die Entwicklung des Jungen, das von den Kirschkernbeissern aufgezogen wurde. Bei den hier beschriebenen Abendkernbeissern handelt es sich um einen Wildfang 1.0 der seit 1996 in meinem Besitz ist und um ein Nachzucht 0.1 das ich seit dem Februar 1997 besitze. Beide Paare waren auch schon im Jahr 1997 zusammen. Hatten da auch schon im Juni ein 4er Gelege gehabt, hat dieses aber aus den Gründen die ich vorher schon beschrieben habe verlassen. Danach hat dieses Paar keine neue Brut begonnen, da das 0.1 schon Mitte Juli in die Mauser kam. 1998 Ende Januar konnte ich dann dieses 1.0 wieder Singen hören, es war an diesem Tag sehr sonnig und warm, so um die 18 Grad. Der Schnabel bei beiden war zu diesem zeitpunkt noch hornfarben, er färbte sich erst ende Februar in eine gelb-grünliche Farbe um. So ab diesem Zeitpunkt, so Anfang Februar, konnte ich beobachten wie unter diesen vier Abendkernbeissern eine gewisse Unruhe herrschte. Sie zeigte sich darin, dass es unter den 1.0 aber auch unter den 0.1 zu Treibereien kam. Auch kam es dazu, dass einzelne Birkenzweige abgebissen wurden und eine Zeitlang in der Voliere umher getragen wurden. Ende Februar sah ich dann, wie das 1.0 das 0.1 Ansang. Eine Fütterung konnte ich abe rerst Anfang März beobachten. Der Schnabel zeigte Mitte März eine noch kräftigere gelb-grüne Zeichnung, er ist aber einheitlich gezeichnet ohne das die Schnabelränder noch anders gezeichnet sind. Mitte April setzte ich dieses Paar seperat in eine Voliere, dei sei nun alleine bewohnen konnten. Zu diesem Zeitpunkt konnte oft beobachtet werden, wie das 1.0 das 0.1 fütterte, oder auch mal kleine Zweige oder anderes Nistmaterial dem 0.1 übergeben wurde. Es wurde auch beobachtet das sowohl das Futter als auch das Nistmaterial mehrmals hin und her gereicht wurde. Gegen Ende April Anfang Mai sah ich, wie das 1.0 des öfteren eine bestimmte Stelle in der Voliere anflog, teilweise auch mit kleineren Zweigen. Diese Stelle befand sich in der oberen Hälfte der Voliere in einem von mir gebauten großen Kaisernistkasten. Ich gehe davon aus, dass das 1.0 diese Stelle auserwählt hat, da ich nicht beobachtet habe das das 0.1 des öfteren diese Stelle anflog, erst als sich das 1.0 für längere Zeit an dieser Stelle aufhielt und das 0.1 mit leisen Lockrufen anlockte, flog auch das 0.1 dort hin. Das 0.1 entschied sich dann auch für diesen Nistplatz. Fortan hielten sich beide auf 4 bis 5 Tage verteilt jeden Tag für einige Zeit an dieser Stelle auf. Danach konnte ich beobachten, es war jetzt Ende der ersten Maiwoche wie das 0.1 Nistmaterial eintrug. Eine Kopulation konnte ich nicht beobachten, wohl aber wie das 1.0 des öfteren das 0.1 anbalzte. In der zweiten Maiwoche war das Nest dann fertig gestellt, ob das 1.0 beim Nestbau geholfen hat konnte ich nicht beobachten. Wohl aber das es des öfteren das 0.1 fütterte. Am 15. Mai lag dann das erste Ei im Nest. Auf den darauffolgenden Tagen folgten dann noch 4 weitere Eier. Nach Ablage des dritten Eis verließ das 0.1 das Nest kaum noch. Das konnte ich auch gut daran erkennen, dass der Kot des 0.1 bedeutend dicker war. Ab dem sechsten Tag saß es dann noch fester auf dem Nest, aber sobald ich die Tür zur Voliere öffnete um zu Füttern, verließ das 0.1 das Nest sofort, aber nicht fluchtartig. Am 30. Mai waren dann drei Junge geschlüpft und einen Tag später noch eins. Dieses konnte ich daran fest stellen, dass ich vier Eierschalen in der Voliere gefunden habe, eine Nestkontrolle nahm ich nicht vor, da das 0.1 ein sehr störanfälliges Verhalten zeigte. In den nächsten Tagen wurden die Jungen gut gefüttert. Die tierische Nahrung machte einen großen Teil ( 80% ) aus. Dieses waren im einzelnen Mehlkäfer und deren Larven, Pinkys und das käufliche Insektenfutter. Hieran waren sie gut gewöhnt. Auch wurde das Quellfutter gut angenommen. Teilweise sogar vom ersten Tag an die Jungen verfüttert. Auch die Wildkräuter die zu dieser Jahreszeit zur Verfügung stehen wurden angenommen. Nach der Erfahrung die ich bisher über den Abendkernbeisser gesammelt habe, kann ich sagen das zwischen der Fütterung des Abendkernbeissers und der Kirschkernbeisser auch bei den Jungen in der Volierenhaltung kein Unterschied besteht. Aber die böse Überraschung kam am 6. Lebenstag dr Jungen. Als ich am Morgen vor meiner Arbeitszeit noch einmal zu den Kernbeissern sah, bemerkte ich, dass das 0.1 nicht auf dem Nest war, an den anderen Morgenden war sie zu dieser Zeit immer auf dem Nest, darauf hin schaute ich mit einem Spiegel ins Nest. Die Jungen bewegten sich aber nicht mehr, darauf hin nahm ich sie aus dem Nest. Sie fühlten sich schon sehr kalt an und waren auch schon steif. Die Kröpfe der Jungen waren aber teilweise noch gut gefüllt. Sehr wahrscheinlich sind sie am vorigen Abend oder in der Nacht gestört worden und sind nicht mehr zum Nest zurückgeflogen. Obwohl in jeder Voliere eine Notbeleuchtung an ist. Dieses schließe ich daraus, dass das 0.1 und nicht nur dieses, sondern auch das zweite 0.1 ein sehr störanfälliges Verhalten zeigte. Denn bei jeder Störung verließen sie das Nest. Wenn einer mit Abendkernbeissern ähnliche Erfahrungen gemacht hat, dann bitte ich ihn mir das einmal mitzuteilen. Denn ansonsten gibt es bei der Haltung der Abendkernbeisser keine Probleme. Nun aber zu dem Abendkernbeisser-Ei welches ich unter den Kirschkernbeisser gelegt habe. Wie schon erwähnt, hatte das Abendkernbeisser 0.1 dieses Ei auf den Volierenboden fallen gelassen und da ich den Volierenboden ja mit einer dicken Schicht Waldstreu ausgebreitet hatte blieb das Ei heile. Zur gleichen Zeit hatte ich ein Kirschkernbeisser Paar das gerade das dritte Ei gelegt hatte, so legte ich dieses Ei in das Nest der Kirschkernbeisser und nahm eins der Eier der Kirschkernbeisser aus dem Nest. Ich war natürlich gespannt ob sie dieses Ei annehmen würden, da es ja anders aussah. Aber sie nahmen es an. In der Regel halte ich von einer Ammenzucht nicht allzuviel, da dieses ein Eingriff in die Natur ist. Dieses Paar war auch ein erfahrenes Paar, dass schon über mehrere Jahre bei mir Junge gezogen hatte. Am 10. Juni schlüpfte dann aus diesen fünfer Gelege 4 Junge Darunter befand sich auch das Junge der Abendkernbeisser, dass konnte, ich aber nur daran erkennen, dass sich die Eierschale auf dem Futterbrett befand, bei einer Nestkontrolle am gleichen Tag konnte ich von diesen 4 Jungen aber nicht erkennen welches nun der Abendkernbeisser war. Eine Nestkontrolle nahm mir dieses Paar nicht übel, es war eins von den Kirsch-kernbeisser-Paaren die während der Brut- und Aufzuchtphase ein sehr vertrautes Verhalten zeigt. Auch bei der weiteren Fütterung gab es keine Schwierigkeiten mit dem Abendkernbeisser, auch am Tag des Beringens am 5 Lebenstag der Jungen war immer noch nicht zu erkennen welches nun der Abendkernbeisser war. Alle Jungen waren in etwa gleich groß. Beringt wurden alle mit 3,5 mm Ringen die ich vorher mit Ventilgummi ummantelte. Das fünfte Ei war abgestorben, ichbeließ es jedoch im Nest. Erst im Alter von 7 Tagen der Jungen konnte ich in etwa erahnen welches wohl der Abendkernbeisser war, es war das zweitkräftigste Junge von den vieren im Nest. Da in diesem Alter die Federkiele der Jungen aufbrechen. Zuerst am Rückdrat, Hals und an der Bauchseite und da ja nun ein Abend-kernbeisser anders aussieht als ein Kirschkernbeissser wußte ich um wen es sich handelte. Aber auch nun wo der Abendkernbeisser immer größer und größer wurde betrachteten ihn die Kirschkernbeisser wie ihres gleichen. Er wuchs zu einem sehr kräftigen Vogel heran. Am 23. Juni hatte der erste Kirschkernbeisser das Nest am frühen Nachmittag verlassen. Nun war ich natürlich gespannt, wann der Abendkernbeisser das Nest verließ. Einen Größenunterschied konnte ich nicht feststellen. Aber er machte es sehr spannend, er wartete bis alle Kirschkernbeisser das Nest verlassen hatten, erst dann im Alter von 15 Tagen verließ auch er das Nest. Er befand sich in einem sehr guten Zustand, ebenso die drei Kirschkernbeisser. Ob nun der Abendkernbeisser eine um 1 bis 2 Tage längere Nestlingsphase hat möchte ich hier aber noch nicht behaupten. Dafür benötige ich mehr ausgeflogene Jungen. Das Verhalten des des Abendkernbeissers in den ersten Tagen nach Verlassen des Nestes war identisch mit den Kirschkernbeisser Jungen. Aber das sollte sich ändern in den nächsten 3 bis 4 Wochen wo er noch von seinen Zieheltern gefüttert wurde. In den nächsten Wochen zeigen die Kirschkernbeisser ein immer scheueres Verhalten, aber der Abendkernbeisser zeigte ein sehr zutrauliches Verhalten. Ich möchte sagen er entwickelte keinerlei Scheu zu mir, wogegen sich die Jungen Kirschkernbeisser sobald ich mich der Voliere zum Füttern näherte, sich in den hinteren Teil der Voliere verzogen und versuchten sich zu verstecken. Aber auch jetzt, wo er fast selbstständig wird, wurde er genauso von den Kirschkernbeissern gefüttert, wie ihre eigenen Jungen. Er zeigte auch in seiner gesamten Wachstumsphase in etwa das gleiche Bettelverhalten wie die Kirschkernbeisser. Im Alter von 40 Tagen setzte ich den Abendkernbeisser dann zu einem anderen Abend-kernbeisser Paar in dei Voliere, dieses hatte mit der Brut und Aufzucht-phase aufgehört, hatte aber keine Jungen gezogen. Dieses tat ich deswegen, damit er keine weiteren Verhaltensweisen von den Kirschkern-beissern übernimmt. Er wurde auch von diesen Abendkernbeissern ange-nommen. Somit kam ich also mit einem Umweg zu meinem ersten Abendkernbeisser. Es handelte sich bei diesem Abendkernbeisser um ein 1.0, wer auf der letzten DKB Schau in Mannheim war und sich dort die Kernbeisser in der Voliere angesehen hatte, der konnte dieses dort sehen, ebenso auf der ICC Schau in Neudrossenfeld.

Ernährung während der Brut- und Aufzuchtphase
Hier möchte ich einmal kurz schildern welches Futter ich den Abendkern-beissern und auch den Kirschkernbeissern zur Brut- und Aufzuchtphase gegeben habe. Als Grundfutter gebe ich die Mischung für Kernbeisser, die man bei der Fa. Blattner beziehen kann. Aber diese Mischung wird bei mir nur gequollen verfüttert. Das heißt, dass Körnerfutter kommt 1 bis 3 Stunden ins Wasser aber so das es direkt im Wasser schwimmt. Danach wird es gut durchspült in einem Küchensieb und wird dann zum Abtropfen samt Sieb über eine Schüssel gestellt. Bei einer normalen Zimmertemperatur. Am nächsten Tag wird dieses Futter verfüttert. Es ist dann sehr gut gequollen, leicht angefeuchtet und teilweise je nach Temperatur zum Teil ein wenig angekeimt. Dieses Futter wird teilweise gegenüber das Trockenfutter schon ab dem ersten Lebenstag der Jungen verfüttert. Als tierische Nahrung gebe ich den Abendkernbeissern Mehlkäfer und deren Larven, Pinkis und ein reines Insektenfutter das man von der Fa. Klaus oder Aleckwa beziehen kann. Sie sollten aber vorher an dieses Futter gut gewöhnt werden. Die Mehlwürmer und Pinkis werden folgendermaßen gereicht. Am ersten Lebenstag der Jungen reiche ich bei 4 Jungen und 2 Altvögeln am Tag 10 Mehlwürmer und 10 Pinkis. Diese steigere ich bis zum 10. Lebenstag der Jungen auf 30 Mehlwürmer und 30 Pinkis pro Vogel, dann veringere ich die Anzahl wieder auf 3 Mehlwürmer und 3 Pinkis am 35. Lebenstag der Jungen. Das Insektenfutter dosiere ich folgendermaßen. Am 1. Lebenstag der Jungen bei 4 Jungen und 2 Altvögeln 3 gehäufte Teelöffel. Am 15. Lebenstag gebe ich dann nur noch 2 gehäufte Teelöffel und am 25. Tag nur noch 1 gehäuften Teelöffel. Dieses Insektenfutter wird bei mir aber noch leicht angefeuchtet, so dass es leicht krümelig ist. Dieses ganze Futter ( Quellfutter, Mehlwürmer, Pinkis und Insektenfutter ) kommt alles in eine Futterschale, wird gut vermischt und sollte nicht höher als 1 cm in der Schale liegen, sonst kann es bei zu warmen Wetter schlecht werden, dann sollte man lieber zwei Schalen nehmen. Oder das Futter mehrmals am Tag reichen. Zu diesem Futter gebe ich noch eine Messerspitze Korvimin ZVT und 1 gehäuften Teelöffel Mineralgrit. Dazu gebe ich dann noch Wildkräuter die zu dieser Jahreszeit zur Verfügung stehen. Eine ausführliche Liste habe ich in den Zuchtberichten von Haltung und Zucht des Kirschkernbeissers aufgeführt.

Nestlingszeit
Zu den Nestlingszeiten habe ich bisher nur von 3 Abendkernbeissen die Daten, dass sin d2 die 1995 in Frankreich gezüchtet wurden, die verließen das Nest wie auch meiner mit 15 Tagen. Es ist daher gut möglich das der Abendkernbeisser 1 bis 2 Tage mehr benötigt, wie der Kirschkernbeisser.

Verhalten nach Verlassen des Nestes
Das Verhalten des Abendkernbeissers nach Verlassen des Nestes unterscheidet sich eigentlich nur dadurch, dass er nicht dieses Scheue verhalten mit zunehmendem Alter zeigt, wie es bei den Kirschkernbeisser der Fall ist. Ob dieses aber immer die Regel ist kann ich bisher noch nicht sagen. Es wäre aber möglich, da auch Wildfänge sie sich gut ein Jahr in der Voliere befinden, ein bedeutend ruhigeres Verhalten zeigen, wie es bei einem gleichen Zeitraum bei den Kirschkernbeissern der Fall ist.

Die Mauser der Jung- und Altvögel
Die Mauser beginnt zum Großteil 3 bis 4 Wochen eher beim Abendkernbeisser als beim Kirschkernbeisser, aber auch hier benötige ich noch mehr Daten um eine genaue Aussage machen zu können. Bei dem Jungvogel den ich gezogen habe setzte die Mauser schon Anfang Juli ein und war knapp 6 Wochen danach fertig. Auch die Mauser der Altvögel setzte zum Teil schon zu diesem Zeitpunkt ein und wurde dann auch in knapp 6 Wochen durchgezogen. Der Schnabel färbte sich dann ebenfalls um . Der ganze Ablauf ist wie bei den Kirschkernbeissern, nur sehr wahr-scheinlich etwas früher und kürzer.

Der Abendkernbeisser als Ausstellungsvogel
Wer die DKB Schau in Mannheim oder die ICC Schau in Neutrossenfeld gesehen hat, der wird beobachtet haben das sich der Abendkernbeisser bedeutend vertrauter zeigte, wie zum Beispiel das Kirschkernbeisser 0.1. Beide sind Nachzuchten von 1998 hatten vorher noch keine Schau gesehen. Wurden bei mir auch nicht besonders dafür trainiert. Ob dieses auch bei anderen Nachzuchten der Fall ist muß man abwarten.
Aber auch das 0.1 Nachzucht aus Frankreich das ich schon seit 1996 habe zeigt ein vertrautes Verhalten, wie es der KIrschkernbeisser nur sehr selten zeigen würde. Ich bin der Meinung das der Abendkernbeisser ein bedeutend vertrauteres Verhalten zeigt. Er ist nicht so schreckhaft.

Schlußbetrachtung
Der Abendkernbeisser ist ein zutraulicher bei Wildfängen nicht gerade zahmer Carduelide. Bei dem noch einige Fragen offen sind gerade bei Brut- und Aufzuchtphase, gerade hier muß noch sehr viel beobachtet werden um ihn auf Dauer in unseren Volieren heimisch zu machen. Von der Haltung und Fütterung kann man ihn mit dem Kirschkernbeisser vergleichen. Aber ich glaube, wenn wir Carduelidenzüchter mehr unsere Erfahrung austauschen würden, würde auch dieses bei der Zucht des Abendkernbeissers zu schaffen sein. Gerade jetzt wo wir dabei sind verschiedene Interessengemeinschaften für Carduelide zu gründen, sollte unser Ziel sein aus der Zucht und Haltung kein Geheimnis zu machen. Wir sollten keine Angst haben einen Pokal oder eine Medaille zu verlieren, nur weil wir unsere Erfahrung austauschen. Der Vogel als solches sollte uns wichtiger sein als ein Titel. Ich würde mich freuen, wenn auch andere Züchter auf Schauen mal eine Voliere aufbauen würden und auf Informationstafeln ihre Erfahrung zeigen würden. Denn gerade das ist es was wir unserer Jugend zeigen müssen. Genauso muß es bei der Zucht unserer Carduleiden nicht immer nur ums Geld gehen., Es muß im Rahmen b leiben und genauso wenn eine Art kein Geld mehr kostet, sie dann aus der Voliere zu geben. Denn gerade wenn wir auch diese Arten die mal nicht gerade im Kurs stehen sin dhalten und auch züchten, können wir die einzelnen Arten auch verstehen.

Literaturnachweis
Prof.E.Schuegraf, Antigonish/ Canada in G.W. 1969
Restall, Robin.I ( 1975 ) Finches and other seedeating birds
Faber and Faber, 3 Queen Square, London
Clemend, Peter Harris, Alan Davis, John (1993) Fiches and Sparrows
Christoph Helm A& C Black, London
Dr. H. Claßen, K.H. Massoth ( 1994 ) Handbuch der Cardueliden Band 2
Egon Schweers ( 1995 ) Haltung und Zucht des Kirschkernbeissers
Kanarienfreund Heft 23, Seite 663 bis 668, Teil 2 Heft 24, Seite 703 bis 710

Nach oben scrollen